Unsere kleine Schafherde war viele Jahre ein stiller, vertrauter Teil unseres Hoflebens. Schafe sind sensible, soziale Tiere mit einem ausgeprägten Bedürfnis nach Gemeinschaft, Verlässlichkeit und Ruhe. In ihrer Gruppe entstehen enge Bindungen, klare Strukturen und ein feines Miteinander, das man nur wahrnimmt, wenn man sich Zeit nimmt.
Schafe begegnen der Welt aufmerksam, aber vorsichtig. Sie beobachten viel, reagieren sensibel auf Stimmungen und Veränderungen und brauchen einen sicheren Rahmen, um sich wohlzufühlen. Nähe entsteht bei ihnen leise – nicht durch Erwartung oder Berührung, sondern durch Ruhe, Geduld und gemeinsames Dasein. Wer ihnen achtsam begegnet, erlebt ihre sanfte, zurückhaltende Art.
Heute lebt von unserer ehemaligen Schafherde nur noch Max, unser Schafbock. Unsere alten Damen Sweety, Rosalie und Mathilde sind bereits gegangen. Für Max bedeutete das, dass ein Leben allein für ihn nicht mehr passend war. Schafe sind Herdentiere – und Einsamkeit wäre für ihn keine Option gewesen.
Max lebt inzwischen glücklich und gut eingebunden bei neuen Freunden auf dem Lebenshof Fuchsbau, wo er wieder Teil einer Herde sein darf. Auch wenn er nicht mehr bei uns lebt, bleibt er ein Teil unserer Geschichte.
Begegnungen mit Schafen sind auf unserem Hof daher aktuell nicht mehr möglich. Uns war es wichtig, diese Entscheidung im Sinne der Tiere zu treffen – ehrlich, verantwortungsvoll und mit Blick auf ihr Wohlergehen. Denn ein Lebenshof bedeutet auch, loszulassen, wenn es für ein Tier der bessere Weg ist.
Max – sanfter Lockenkopf mit großem Herzen
Walliser Schwarznasenschaf, geb. 2017
Max ist ein ganz besonderes Schaf – ein Walliser Schwarznasenschaf mit wunderschönen, gedrehten Hörnern und einem zarten, liebevollen Wesen. Weil er dem strengen Zuchtstandard nicht entsprach, fand er seinen Weg zu uns – und durfte als kastrierter Hammel bei uns einfach sein.
Max ist eher zurückhaltend, manchmal schüchtern, aber immer freundlich und aufmerksam. Wer ihm mit Geduld begegnet, wird belohnt: Mit neugierigen Blicken, einem vorsichtigen Herantasten – und manchmal sogar mit einem leisen Mäh und der Bitte um eine Rückenmassage oder ein Möhrchen.
Seine prächtigen Hörner sind sein Markenzeichen – und manchmal auch sein kleiner Stolperstein. Denn wie breit sie wirklich sind, vergisst Max hin und wieder. Türrahmen, Beine oder enge Durchgänge werden da schon mal zu Herausforderungen – aber zum Glück ist bisher immer alles gut gegangen.
Nach dem Tod seiner innig geliebten Freundin Rosalie im Januar 2025 war für Max klar: Er braucht wieder Anschluss an andere Schafe. So durfte er auf den wunderbaren Lebenshof Fuchsbau umziehen, wo er nun gemeinsam mit den beiden Schafen Fritz und Sommersprosse, Hühnern, Katzen und lieben Menschen lebt – mit Familienanschluss und allem, was ein Schaf sich wünschen kann.
Natürlich bleibt Max auch immer ein Teil von Hof Birkenkamp. Wir besuchen ihn regelmäßig – und er begrüßt uns dann mit vorsichtiger Freude und einem leisen Leuchten im Blick. Ein kleiner, großer Freund, der zwei Lebenshöfe miteinander verbindet.

